Baukredite

Die Geschichte der Baufinanzierung ist eine sehr alte Geschichte. Schon in der Antike nahmen sogar Könige und Kaiser Kredite zur Finanzierung ihrer übermächtigen Bauten auf, sobald die Staatskasse nicht mehr das nötige Geld bereitstellen konnte. Während zu jener Zeit und lange noch danach Baukredite vornehmlich einer privilegierten

Schicht eingeräumt wurden, zwang eine Wohnungsnot in England in den Jahren 1775 und nachfolgend zum Umdenken. Die Erfolgsgeschichte des 'breitentauglichen' Baukredits in Form der Gründung des ersten Bausparvereins nahm ihren Anfang. Heute bieten von der klassischen Bausparkasse bis hin zu verschiedenen Versicherungsgesellschaften Baukredite zur Finanzierung des Eigenheimneubaus, -umbaus, Sanierung oder zum Erwerb von Wohneigentum an.

Im Gegensatz zum Raten- oder Privatkredit, steht der Baukredit nicht zur freien Verfügung, ist also zweckgebunden an das jeweilige Neubau-, Umbau- oder Sanierungsvorhaben. Jedoch bietet er auch den Vorteil weitaus längerer Tilgungsfristen als andere Kreditarten. Der Kreditnehmer kann beim Baukredit auf eine Tilungszeit von zehn bis dreißig Jahren zurückgreifen, die Zinsen sind in den ersten zehn bis fünfzehn Jahren meist festgeschrieben. Hier heißt es nun für den zukünftigen Bauherren bereits vor Baubeginn ordentlich zu planen und zu vergleichen, um eine unnötige Überschuldung zu vermeiden und den günstigsten Konditionsanbieter unter den Kreditvergebern zu finden. Empfehlenswert ist die Einbeziehung von Fachleuten, wie Architekten, Bauplanern und unabhängigen Finanzierungsexperten.

Die Auszahlung von Baukrediten kann als einmalige Summe erfolgen, aber auch, und dies ist für den Bauherren eines Neubaus der sicherste Weg, nach Fertigstellung eines jeweiligen Bauabschnittes. So wird gewährleistet, dass bauausführende Firmen sich nicht vor Fertigstellung des Baus mit dem Geld des Bauherren aus dem Staub machen können. Anstatt einer Baranzahlung bei Auftragsvergabe wird der oder den bauausführenden Firmen eine Bankbürgschaft der kreditgebenden Institution zur Verfügung gestellt, die als Zahlungssicherheit für den Auftragnehmer steht.

Kurz vor Ablauf der zinsfesten Zeit sollte der Kreditnehmer sich auch rechtzeitig nach einer Umschuldung umsehen, um so wiederum in den Genuss der dann zu jener Zeit geltenden günstigsten Konditionen zu gelangen und Tilgungsraten so gering als möglich zu halten. Umschuldungen sind in der Regel ohne große Probleme durchführbar, zumal bei Baukrediten als Sicherheit die jeweilige Immobilie zu Buche steht. Die Umschuldung hat ihren schlechten Ruf als 'Lösung einer Notsituation' längst verloren und gehört heute zu einer klugen Kredit- und Finanzierungsplanung.

Baukredite können mit und ohne Eigenkapital aufgenommen werden. Eigenkapital stammt in der Regel aus Ersparnissen, Bausparverträgen, kann aber auch als Eigenleistung am Bau selbst gewertet werden. Die bisher immer noch solideste und in Deutschland auch beliebteste Finanzierung eines Baukredites stellt die mittels traditionellen Bausparvertrags dar. Viele Bauherren greifen heute auf diesen in Verbindung mit Eigenleistungen am Bau zurück, da Tilgungszeiten und -raten auf Grund einer verringerten Baukreditsumme sinnvoll verkürzt werden.